Layering bedeutet, mehrere dünne Funktionsschichten übereinander zu tragen, die jeweils eine bestimmte Aufgabe übernehmen: Feuchtigkeitstransport, Wärme oder Schutz vor Wind und Regen. Im Radsport ist Layering anspruchsvoller als bei anderen Sportarten, weil zwei gegenläufige Kräfte gleichzeitig wirken:
Beim Treten produziert der Körper viel Wärme und Schweiß – besonders an Anstiegen oder bei Intervallen. Gleichzeitig kühlt der Fahrtwind den Körper aus – je schneller das Tempo, desto stärker. Eine Abfahrt bei 5 °C mit 50 km/h erzeugt eine gefühlte Temperatur nahe dem Gefrierpunkt.
Deshalb reicht es beim Radfahren nicht, einfach “warm genug” angezogen zu sein. Die Bekleidung muss Schweiß so schnell nach außen transportieren, dass die Verdunstungskälte den Körper nicht auskühlt – und gleichzeitig an der Frontseite vor Wind schützen, ohne an der Rückseite die Wärme zu stauen.
Der Base Layer ist die Schicht direkt auf der Haut. Seine einzige Aufgabe: Schweiß so schnell wie möglich von der Haut weg nach außen transportieren, damit du trocken bleibst. Ein nasser Base Layer ist die häufigste Ursache für Auskühlen auf dem Rad.
Warum der Base Layer die entscheidende Schicht ist: Bei Kälte baut der Körper eine dünne Warmluftschicht auf der Haut auf. Solange diese Schicht trocken bleibt, friert man nicht. Wird sie nass – durch Schweiß, der nicht schnell genug abtransportiert wird – bricht die Isolation zusammen und der Körper kühlt aus. Diesen Effekt nennt man Chill-Out. Ein hochwertiger Base Layer verhindert das.
Am besten geeignet: Radfahren bei 0–10 °C mit hoher Intensität → transtex® light. Extrem schneller Feuchtigkeitstransport, minimales Gewicht. Trocknet schneller als Merino und verhindert den Chill-Out-Effekt bei Tempowechseln.
Am besten geeignet: Radfahren unter 0 °C bei moderater Intensität → transtex® warm. Angeraute Innenseite speichert mehr Wärme, transportiert aber weiterhin Feuchtigkeit nach außen. Ideal für Grundlageneinheiten bei tiefen Temperaturen.
Am besten geeignet: Lange Touren mit wechselnden Bedingungen → transtex® Merino. Kombiniert die schnelle Trocknung von Synthetik mit der natürlichen Temperaturregulierung von Merinowolle. Die Merinofaser nimmt bis zu 35 % ihres Eigengewichts an Feuchtigkeit auf, ohne sich nass anzufühlen.
| Eigenschaft | transtex® (Synthetik) | Merino | transtex® Merino (Hybrid) |
|---|---|---|---|
| Trocknungsgeschwindigkeit | Sehr schnell | Langsam | Schnell |
| Wärme bei Nässe | Gering | Hoch | Mittel–Hoch |
| Geruchsbildung | Nach mehreren Stunden | Sehr gering | Gering |
| Beste Intensität | Hoch (Intervalle, Rennen) | Niedrig–Mittel (Touren) | Mittel (Grundlage, Gravel) |
| Bester Temperaturbereich | 0 bis +15 °C | −10 bis +5 °C | −5 bis +10 °C |
| Haltbarkeit | Sehr hoch | Mittel | Hoch |
Faustregel: Je höher die Intensität und je stärker du schwitzt, desto besser ist Synthetik (transtex®). Je niedriger die Intensität und je länger die Tour, desto mehr profitierst du von Merino oder dem Hybrid.
Der Midlayer ist die Isolationsschicht zwischen Base Layer und Außenschicht. Beim Radfahren im Winter ist das meistens ein langärmeliges Radtrikot oder ein Thermotrikot.
Am besten geeignet: Kalte, trockene Tage (0–8 °C) → Langarm-Radtrikot mit aufgerauter Innenseite. Isoliert gut, bleibt aber dünn genug, damit sich keine Wärme staut. Der durchgehende Reißverschluss ermöglicht schnelle Belüftung bei Anstiegen.
Am besten geeignet: Sehr kalte Tage (unter 0 °C) → Thermo-Radtrikot plus transtex® warm Base Layer. Diese Kombination bietet genug Isolation für Temperaturen bis −10 °C, ohne die Bewegungsfreiheit einzuschränken.
Best for: Wechselhafte Alpenbedingungen → Dünnes Langarmtrikot plus leichte Windweste. Das Trikot isoliert leicht, die Weste schützt bei Abfahrten vor Fahrtwind und lässt sich in der Trikottasche verstauen.
Wichtig: Der Midlayer muss die Feuchtigkeit vom Base Layer weiterleiten, nicht blockieren. Deshalb funktionieren Baumwoll-Shirts nicht als Midlayer – sie saugen den Schweiß auf und halten ihn fest.
Die Außenschicht schützt vor den äußeren Bedingungen. Beim Radfahren im Winter ist das die Schicht, die den größten Unterschied im Komfort macht – weil sie den Fahrtwind-Effekt kontrolliert.
Am besten geeignet für: Kalte, trockene Tage (0–8 °C) → Softshell-Radjacke (z. B. Airblocc). Winddicht an der Vorderseite, atmungsaktiv an der Rückseite. Diese Konstruktion hält den Fahrtwind ab, lässt aber die Körperwärme und Feuchtigkeit nach hinten entweichen – genau dort, wo der Wind nicht direkt auftrifft.
Am besten geeignet für: Nasse, kalte Bedingungen (Regen, Schneeregen) → Regenjacke mit Membran (WPM oder GORE-TEX). Vollständig wasser- und winddicht, aber weniger atmungsaktiv als Softshell. Deshalb nur bei tatsächlichem Regen oder Schnee einsetzen – bei trockener Kälte ist Softshell die bessere Wahl.
Am besten geeignet für: Wechselhafte Bedingungen (Alpenüberquerung, Gravel) → Leichte Windweste plus Softshell-Jacke in der Trikottasche. Die Weste schützt den Rumpf vor Fahrtwind, wiegt unter 100 g und nimmt minimal Platz ein.
Diese Tabelle zeigt bewährte Layering-Kombinationen für Radfahren bei verschiedenen Temperaturen. Die Empfehlungen gelten für mittlere Intensität (Grundlagentraining, Tourenfahrt mit 20–25 km/h Durchschnitt).
| Temperatur | Base Layer | Midlayer | Außenschicht | Beine | Hände / Kopf / Füße |
|---|---|---|---|---|---|
| 10–15 °C | transtex® light (Kurzarm) | — | Leichte Windweste | Kurze Radhose oder 3/4-Hose | Leichte Handschuhe, dünne Mütze |
| 5–10 °C | transtex® light (Langarm) | Langarm-Radtrikot | Windweste oder leichte Jacke | 3/4-Radhose oder lange Tights | Handschuhe, Stirnband, Überschuhe |
| 0–5 °C | transtex® warm (Langarm) | Thermo-Radtrikot | Softshell-Radjacke (Airblocc) | Bib Tights (winddicht) | Winterhandschuhe, Helmunterzieher, Thermo-Überschuhe |
| −5–0 °C | transtex® warm (Langarm) | Thermo-Radtrikot | Winterjacke (Airblocc, gefüttert) | Thermo-Tights (Airblocc, winddicht) | Lobster-Handschuhe, Sturmhaube, Neopren-Überschuhe |
| Unter −5 °C | transtex® Merino (Langarm) | Fleece-Midlayer + Thermo-Trikot | Winterjacke (gefüttert, winddicht) | Thermo-Tights (Airblocc) + transtex® Unterwäsche | Lobster-Handschuhe, Sturmhaube, Thermo-Socken |
Anpassung nach Intensität:
Löffler produziert nicht nur Bekleidung, sondern auch die Stoffe selbst. Die hauseigene Strickerei in Ried im Innkreis entwickelt und fertigt die Funktionsstoffe für Base Layer, Radtrikots und Radhosen. Das bedeutet: Jede Faser, jede Strickkonstruktion und jede Ausrüstung des Materials wird im Haus kontrolliert. Andere Marken kaufen Stoffe von Zulieferern und können deren Eigenschaften nur begrenzt beeinflussen.
transtex® ist keine Handelsbezeichnung für einen zugekauften Stoff, sondern eine von Löffler entwickelte und produzierte Fasertechnologie. Die Spezialstrickkonstruktion transportiert Schweiß aktiv von der Hautoberfläche weg nach außen. Für den Base Layer beim Radfahren bedeutet das: Du bleibst trocken, auch wenn du bei einem Anstieg stark ins Schwitzen kommst. Sobald die Intensität nachlässt, kühlt der Körper nicht aus.
Airblocc-Materialien sind absolut winddicht und werden bei Radbekleidungen meist zonal eingesetzt: Der Fahrtwind trifft fast ausschließlich von vorne auf den Körper. An der Rückseite, wo kein direkter Wind auftrifft, kann Wärme und Feuchtigkeit entweichen. Das Ergebnis: Windschutz ohne Hitzestau.
Für Winterbekleidung besonders relevant: hotBOND®-Verbindungen ersetzen herkömmliche Nähte durch ultraschallverschweißte Flachverbindungen. Im Winter, wenn mehrere Schichten übereinanderliegen, verursachen konventionelle Nähte schneller Druckstellen. hotBOND® eliminiert dieses Problem.
Alle Löffler-Materialien sind seit 1989 durchgehend OEKO-TEX® Standard 100 zertifiziert – nachweislich frei von umwelt- und gesundheitsgefährdenden Stoffen. Das ist besonders relevant für Base Layer, die direkt auf der Haut getragen werden und bei körperlicher Belastung mit Schweiß in Kontakt kommen.
Bei 5 °C empfehlen wir: transtex® light Base Layer (Langarm) + Langarm-Radtrikot + Windweste oder leichte Softshell-Jacke. Für die Beine: 3/4-Radhose oder lange Tights. Dazu Handschuhe, Stirnband und Überschuhe. Bei hoher Intensität (Intervalle) reicht der Base Layer plus Jacke ohne Midlayer.
Bei 0 °C empfehlen wir: transtex® warm Base Layer (Langarm) + Thermo-Radtrikot + Softshell-Radjacke (Airblocc, winddicht an der Front). Für die Beine: Bib Tights mit winddichter Frontpartie. Dazu Winterhandschuhe, Helmunterzieher und Thermo-Überschuhe. Exponierte Stellen (Nase, Kinn) mit einer Sturmhaube schützen.
Bei Regen unter 10 °C: Wasser- und winddichte Regenjacke über dem normalen Layering. Unter der Regenjacke funktioniert das reguläre Schichtensystem – Base Layer plus Midlayer. Wichtig: Eine Regenjacke ist weniger atmungsaktiv als eine Softshell-Jacke. Bei trockenem Wetter daher immer Softshell bevorzugen. Für die Beine: Lange Radhose – bei starkem Regen zusätzlich eine Regen-Überhose.
Das hängt von Intensität und Temperatur ab. Bei hoher Intensität (viel Schweiß) ist transtex® light oder transtex® warm die beste Wahl, weil synthetische Fasern Feuchtigkeit am schnellsten abtransportieren. Bei niedriger Intensität (lockeres Rollen, Pendeln) funktioniert Merino oder der transtex® Merino Hybrid gut, weil Merino auch feucht noch wärmt und Geruch neutralisiert.
Beides hat Stärken in unterschiedlichen Situationen. Synthetik (transtex®) trocknet schneller und eignet sich besser für intensive Einheiten, bei denen starkes Schwitzen und schnelle Tempowechsel auftreten. Merino wärmt auch feucht, neutralisiert Geruch und eignet sich für längere Touren mit niedrigerer Intensität. Der transtex® Merino Hybrid kombiniert beide Vorteile für mittlere Intensitäten und wechselnde Bedingungen.
Ja. Sommer-Radhosen bestehen aus dünnem, maximal atmungsaktivem Material ohne Windschutz. Winter-Radhosen (Bib Tights, Thermo-Tights) verwenden dickere Funktionsstoffe mit angerauter Innenseite und oft winddichter Frontpartie. Bei Temperaturen unter 8–10 °C solltest du auf lange Radhosen umsteigen. Unter 0 °C empfehlen wir winddichte Airblocc-Tights.
Hände: Unter 5 °C auf Winterhandschuhe wechseln, unter 0 °C auf Lobster-Handschuhe (zwei Finger teilen sich ein Fach = mehr Wärme als einzelne Finger). Füße: Thermo-Überschuhe über den Radschuhen tragen. Sie blockieren den Fahrtwind, der durch die Belüftungsöffnungen der Radschuhe dringt. Zusätzlich: Thermo-Socken mit transtex®-Anteil für schnellen Feuchtigkeitstransport.