Vasaloppet 2023 – mit Team “Knäckebrunch”

Der Vasaloppet, zu Deutsch Wasalauf, ist das größte und prestigeträchtigste Langlaufrennen der Welt. Jedes Jahr sind nur beim Hauptrennen über 15.000 Teilnehmer - hauptsächlich aus Schweden - aber auch aus aller Welt am Start. Was als einzelner Bewerb begann, ist mittlerweile zur Vasa-Woche geworden, mit Rennen in der Skating- und Classic-Technik, von Kurzstrecken bis hin zur Originaldistanz von 90 Kilometern. Eine ganze Woche ist das kleine schwedische Städtchen Mora als Zielort aller Wettkämpfe im Ausnahmezustand. Das Team "Knäckebrunch", powered by LÖFFLER, berichtet in diesem Beitrag über Ihre Erfahrungen beim Rennen und was man als Teilnehmer:in beachten soll.

Mittendrin statt nur dabei

Was für jeden Schweden ein Muss ist, wollte sich auch eine kleine, bunt zusammengewürfelte Gruppe unterschiedlicher Leistungs- und Altersklassen aus ganz Österreich nicht entgehen lassen. Zusammengefasst unter dem Namen “Team Knäckebrunch” (hergeleitet vom berühmten schwedischen Wasa Knäckebrot) fanden sich ehemalige Langlauf-Nachwuchshoffnungen mit Quereinsteigern in der Nordischen Sportart Ende letzten Winters zu einem 7-köpfigen Team zusammen, um auf ein gemeinsames Ziel hinzuarbeiten: Den größten Skimarathon zu finishen. Darunter auch Mary und Claudia aus der Löffler Family.

5 Tipps für deine Teilnahme am Vasa-Lauf

Du möchtest am Vasa-Lauf teilnehmen? Die 5 wichtigsten Tipps des Team Knäckebrunch findest du am Ende des Beitrags!

>>Zu den Tipps<<

Das ist das Team Knäckebrunch – Vasalauf 2023:

  • Axel und Wolfi – nehmen es mit dem Nacht-Vasa auf
  • Claudia, Marion, Mary, Norbert, Patrick – haben sich für den “klassischen” Vasa-Lauf entschieden

Vorbereitung ist alles

Damit ist nicht nur die sportliche Vorbereitung gemeint, sondern generell die Organisation. Die lange Anreise und eine materialintensive Sportart, die durchaus von den äußeren Bedingungen abhängig ist, erfordern gute Planung. Unterkunft, die richtige Bekleidung für alle Witterungsbedingungen, das richtige Material inkl. Ersatzmaterial für den Fall der Fälle, Wachs und Wachsmöglichkeiten – das und vieles mehr machen solche Events zu einer komplexen Angelegenheit, vor allem für Amateure.

Wie hat sich das Team Knäckebrunch vorbereitet?

Die physische Vorbereitung bzw. das Training führten die acht Hobbyathletinnen und -athleten bis auf wenige Zusammenkünfte größtenteils individuell und entsprechend der persönlichen Ambitionen durch, was aufgrund der Schneeverhältnisse diesen Winter viel Kreativität und Geduld erforderte. Schneesicher war es diesen Winter nur in höheren Lagen. Aus Kosten- und Nachhaltigkeitsgründen standen deshalb viele alternative Trainingseinheiten am Ski-Ergometer, auf Skirollern und auf dem Rad am Programm.

Für einige Teammitglieder war die Vorbereitungszeit durch Verletzungen, Überlastungserscheinungen und Krankheit geprägt.
Denn: Mit einem großen Ziel vor Augen, meint man es als Hobbysportler meist zu gut und trainiert zu intensiv und zu viel, bei gleichzeitig zu kurzer Erholungszeit u.a. durch die berufliche Tätigkeit. Das kann das Immunsystem so weit schwächen, dass es zur krankheitsbedingten Zwangspause kommt.

Mary, die Sportwissenschaftlerin im Team Knäckebrunch, empfiehlt:

“Der resultierende Gesamtload aus Arbeits- und Trainingsstunden darf keinesfalls unterschätzt werden. Auch wenn man keiner physisch anstrengenden beruflichen Tätigkeit nachgeht, so wirkt sich auch der psychische Stress (“Distress”) auf die körperliche Leistungsfähigkeit aus und somit v.a. auf die Regenerationsfähigkeit. Man sollte sich gut überlegen, in welchen Phasen und in welchem Ausmaß man Trainingsumfänge und -intensitäten zum beruflichen Alltag plant und durchführt.”

Zusammenkunft zum gemeinsamen Training

Auf nach Schweden!

Am Donnerstag, einen Tag vor dem Nacht-Vasa für Axel und Wolfi, und drei Tage vor dem Classic-Bewerb am Sonntag kamen alle in Mora an. Leider war Mary noch durch eine Erkältung geschwächt. Bis Samstag war nicht fix, ob sie starten kann.

Axel & Wolfi beim Nacht-Vasa

Kaum Zeit nachzudenken und gerade genug Zeit, um alle Vorbereitungen zu treffen, starteten die Skater aus der Gruppe pünktlich um 20.00 Uhr Freitag abends ihre 90 Kilometer mit viel kühlem – meist – Rückenwind durch die schwedische Dunkelheit. Ausgerüstet mit Stirnlampen kam erschwerend hinzu, dass die Strecke leider nicht frisch präpariert wurde. Die tiefen Spuren, verursacht durch die warmen Temperaturen tagsüber, wurden nach Sonnenuntergang pickelhart.

Zwischenzeitlich sogar auf Rang 3 gelegen, erreichten Axel und Wolfi (trotz Stürze) den guten achten Rang um kurz vor 1 Uhr nachts.

Rang 8 für das Nacht-Vasa Team Axel & Wolfi

Die letzten Vorbereitungen

Am Samstag standen für die “Klassiker” der Runde noch Skitests, Streckenbesichtigung des Startbereichs in Sälen, Skiwachsen und Rennvorbereitung am Programm, ehe es am Sonntag um 03:45 Uhr Tagwache hieß.

Streckenbesichtigung am Vortag, hier Claudia & Marion am höchsten Punkt des Vasa-Loppets

Es wird ernst: Der Renntag in Kürze

04:30 Abfahrt zum Start, leider ohne Mary, die aus Gesundheitsgründen vernünftigerweise nicht an den Start ging. 90 Minuten Anreise, 30 Minuten anstellen für die Startposition im fünften Startblock. 30 Minuten anstellen bei den Dixie-Klos. 30 Minuten entspannen, Warm-Up, fertigmachen für den Start und wieder retour in den Startblock bei -8°C.

Die Bekleidungsfrage ist geklärt. Skiunterwäsche plus Rennanzug. Plötzlich Schneefall. Damit hatte keiner gerechnet. Das Wachs am Ski, der Neuschnee in der Spur…

Von Nervosität oder Anspannung am gesamten Gelände war – außer bei einem selbst – nichts zu spüren. Faszinierend, wie gesittet und gelassen so ein Start ablaufen kann.

Startschuss. Kaum zu hören bei den vielen Menschen. Die Menge setzt sich langsam in Bewegung, manche Spuren schneller, manche langsamer. Die Spur ist eisig, keine Spur von Neuschnee nach wenigen Reihen. Norbert wählt die äußerste Spur. Claudia stürzt, ist aber ohne Behinderung der anderen schnell wieder auf den Skiern. Marion bewahrt Ruhe. Patrick flucht innerlich.

Nach 800 Metern in Bewegung Stillstand. Stau. Nichts, das das Team nicht erwartet hätte. Alles läuft sehr gesittet ab. Am Start noch zusammen erreichen Marion, Claudia, Norbert und Patrick drei Kilometer später verstreut und im Schnitt nach ca. 40 Minuten den höchsten Punkt der Strecke.

Ab jetzt läuft’s wieder, auch wenn die individuell angepeilte Wunschzeit schon nach vier Kilometern in weite Ferne gerückt schien.

Geschafft!

90 Kilometer und einige Höhen und Tiefen später erreichen alle inklusive Betreuer zufrieden, wenn auch müde, das Ziel. Die Zeit ist zweitrangig. Alle Finisher sind happy, sich ihren Traum nach langer Vorbereitung erfüllt zu haben. Am Abend werden auch schon die ersten Optimierungsmöglichkeiten für einen möglichen weiteren Start beim Vasaloppet diskutiert. Und für Mary ist der Vasa nicht aufgehoben, nur aufgeschoben 🙂

Die 5 wichtigsten Tipps zum Vasa-Lauf:

1. Unterkunft frühzeitig buchen

Mora ist ein kleines Städtchen und schon jetzt sind keine Hotelzimmer mehr auf den Buchungsplattformen verfügbar. Die Schweden sind jedoch sehr freundliche Gastgeber, die in der Vasa-Woche ihr Zuhause über Airbnb für die Skitouristen zur Verfügung stellen. Lieber mehr Zeit einplanen für den Aufenthalt – die Weitläufigkeit Schwedens macht die An- und Abreise sehr zeitintensiv.

2. Mehrere Kleidungsstücke mitnehmen, Renn-Outfit vor Ort zusammenstellen

Was ziehe ich an? Die alles entscheidende Frage, die die motivierten Hobby-Langläufer wohl am meisten beschäftigt hat. Fix war nur, es würde ein Löffler Rennanzug sein – was darunter und ob noch was drüber benötigt würde, war bis kurz vor dem Start aufgrund der Temperaturschwankungen offen. Deshalb: Besser mehrere verschiedene Outfits mitnehmen und dann vor Ort witterungsbedingt entscheiden.

3. Wachs- oder Fellski: Bereits vor der Saison auswählen

Die Materialfrage sollte idealerweise bereits vor der Saison geklärt sein, möchte man sich in aller Ruhe vorbereiten. Die Erfindung des Fellskis ist für alle Hobby-Langläufer ein echter Quantensprung, spart Zeit und ist für die meisten Bedingungen die beste Option, auch für ein Abenteuer im Renntempo wie den Vasalauf. Vor allem die 90 Kilometer Distanz und Temperaturunterschiede zwischen Start und Ziel machen das Steigwachsen zur Raketenwissenschaft und zur Herausforderung. Wer dennoch die Vorzüge eines Wachsskis genießen will, selber aber keine Erfahrung mit Steigwachs hat, kann einen Wachsservice vom Veranstalter vor Ort in Anspruch nehmen.

4. Ausreichend Zeit für den Aufenthalt nehmen

Nichts ist schlimmer als in ein “fremdes” Land zu reisen und zu wenig Zeit zu haben, um die Eindrücke aufzusaugen. Die Vorbereitungen vor Ort sind umfangreich. Deshalb: Unbedingt genügend Zeit im Vorfeld des Rennens einplanen!

5. Weniger ist mehr

Natürlich sollte man für eine solche Langdistanz ausreichend Trainingsstunden absolvieren, um das Rennen gut zu absolvieren und im besten Fall auch noch genießen zu können. Hier empfehlen wir unerfahrenen Vasa-Anwärtern, sich Unterstützung von erfahrenen Trainern zu holen, um bestmöglich vorbereitet den Vasaloppet in Angriff zu nehmen.

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